Lust auf besseren Sex? – Schärfen Sie Ihre Fantasie!

Es ist kein Geheimnis, dass guter Sex im Kopf entsteht, denn unsere Fantasie ist es, die die Lust schürt. Stichwort: erotisches Kopfkino!

Es ist kein Geheimnis, dass guter Sex im Kopf entsteht, denn unsere Fantasie ist es, die die Lust schürt. Stichwort: erotisches Kopfkino!

Manchmal ist es allerdings gar nicht so leicht, das Kopfkino anzuschmeißen, denn erstens ist nicht automatisch jeder Mensch übermäßig fantasievoll und zweitens gibt es Phasen im Leben, da verstopfen andere Dinge den Kopf.

Für diese Fälle gibt es Möglichkeiten, sich neuen Input zu holen und den heißen Gedanken wieder auf die Sprünge zu helfen – vom Porno-Gucken bis hin zum Lesen erotischer Literatur. Doch was ist besser für unser Liebesleben?

Für Sex-Kolumnistin und Autorin Sophie Andresky (u.a. „Playboy“), ist es klar, welche der beiden Möglichkeiten für unsere erotisches Kopfkino nachhaltiger wieder ankurbelt: „Das ist ein bisschen wie der Unterschied zwischen einem Döner im Stehen und einem Viergangmenü. Pornofilme sind Fastfood fürs Lustzentrum. (…). Pornos zu lesen (oder noch besser, sich selbst auszudenken) ist eine ganz andere Sache. Das ist natürlich anstrengender als ein Klick auf ‚Youporn‘. Aber eine sexuelle Fantasie, die ich selbst entwickle, ist ganz nah an mir und meinen wirklichen Wünschen und Bedürfnissen dran.“

Auch Erotik-Coach Yella Cremer, die selbst Videos zu verschiedenen Sex-Praktiken produziert, sieht in Pornos nicht zwingend die beste Möglichkeit, seine Fantasie zu trainieren: „Pornofilme sind eher eine Gefahr für unser Liebesleben. Wissenschaftler bringen sie eng in Zusammenhang mit erektiler Dysfunktion von jungen Männern und das aus gutem Grund: Pornos sind auf schnelle Erregung ausgerichtet und blenden vieles aus. Die Realität kann da nicht mithalten und das Gehirn gewöhnt sich an die Überdosis Reize, wenn Menschen täglich mehr als eine Stunde Pornos gucken.“

Spielt sich eine Beziehung generell in kühlschrankartigen Temperaturen ab, hilft kein Porno der Welt. Wer f***** will, muss freundlich sein. Pampt man sich tagsüber an und behandelt sich herablassend und desinteressiert, geht abends im Ehebett garantiert kein Feuerwerk ab, egal, was für ein Superporno auf dem Nachttisch liegt oder im Rekorder wartet. SOPHIE ANDRESKY

Komplett verteufeln würde Kolumnistin Andresky die schmutzigen Filmchen nicht, sie hält erotischen Input wichtig für ein erfülltes Sex-Leben – egal ob nun auf dem Bildschirm oder auf Papier: „Alles, was uns Lust macht und uns den Antrieb gibt, uns mit unserer Sexualität zu beschäftigen, ist erst mal eine gute Sache. Pornos können ein Kick sein, um sexuell wieder in Gang zu kommen oder auch, um sich und seine Wünsche besser kennenzulernen. Manchmal sind sie ja auch schreiend komisch in ihrer Blödheit, und auch zusammen über die absurden Verrenkungen oder noch absurderen Dialoge (‚Warum liegt hier Stroh rum?‘) zu lachen, schweißt einen als Paar zusammen.“

Welche Rolle spielt die eigene Fantasie beim Sex? Zwei Expertinnen, zwei Meinungen

Bei der Frage danach, wie wichtig die Fantasie beim Liebemachen ist, geht die Meinung der beiden Expertinnen allerdings auseinander.

► Erotik Coach Yella Cremer warnt davor, dem Kopfkino eine zu große Bedeutung zuzuschreiben: „Sex funktioniert auch ohne Fantasie, daher spielt Fantasie die Rolle, die ich ihr gebe. Ich rate davon ab, sich beim Sex zu viel in Fantasien zu verlieren, da dann das Gemeinsame beim Sex verloren geht. Eine ganz andere Sache ist, sich vor dem Sex Gedanken zu machen und mit viel Fantasie ein besonderes Date zu planen.“

► Für Sophie Andresky spielt Fantasie dagegen eine große Rolle: „Das Gehirn ist die größte erogene Zone überhaupt! Wenn ich im Kopf die richtigen Fantasie habe, und damit meine ich Kopfkino, das mich wirklich anmacht, kann man das beim Sex abrufen wie einen Grillanzünder. Man kann zusätzlich zum sinnlichen Erleben wie fühlen, schmecken, riechen, hören noch eine zusätzliche Attraktion dazuschalten und der Film im Kopf verstärkt wiederum die sinnlichen Eindrücke.“

Wie kann ich meine Fantasie intensivieren?

Der stressige Alltag, private Probleme, Routine in einer langen Beziehung – es gibt viele Gründe, warum die erotischen Gedanken im hintersten Eck des Gehirns vor sich hinschlummern. Wie erwachen sie wieder zum Leben?

„Als Anregung für die eigene Fantasie eignen sich eben erotische oder pornografische Romane hervorragend und besser als Filme. Einfach inspirieren lassen und weiterspinnen. Regeln oder Gesetze gibt es zwischen den Ohren übrigens nicht! Keine political correctness, keine Kontrolle! Einfach daran denken, was einen scharf macht. Manchmal bin ich selbst überrascht, was mir da einfällt“, verrät Sophie Andresky.

Wer Pornos guckt, trainiert sein Gehirn auf bestimmte Reize und das verselbstständigt sich mit der Zeit. Pornos lesen lässt mehr Raum für die eigene Fantasie und es ist unwahrscheinlich, eine „Überdosis“ zu lesen. YELLA CREMER

Auch Yella Cremer findet es wichtig, die eigene Fantasie zu schärfen: „Fantasie und Realität haben ja eine gewisse Schnittmenge – und sei es nur, dass ich in beiden vorkomme. Wenn ich meine Fantasie beachte, kann sie mir wertvolle Hinweise geben, was mich im echten Leben anturnt. Umgekehrt kann ich in der Fantasie Geschichten mit Elementen, von denen ich schon weiß, dass sie mich anturnen, weiterspinnen.“

Wie tasten sich „Einsteiger“ auf dem Gebiet erotischer Filme und Literatur am besten vor?

Während es heute natürlich kaum einem mehr die Schamröte ins Gesicht treibt, zuzugeben, den einen oder anderen erotischen Roman verschlungen oder hin und wieder Sexfilme zu gucken, ist es dennoch für viele Menschen noch Neuland.

Yella Cremer rät: „Als erstes ist es gut zu wissen, dass es eine unglaubliche Bandbreite gibt. Sollte mir als das erste Buch oder der erste Film nicht gefallen, nicht gleich aufgeben. Erotica, die von Frauen gemacht wurde, ist häufig etwas niveauvoller und enthält mehr Handlung, das ist etwas, das für viele Frauen interessant ist. Es lohnt sich auch, in einem Sex-Shop einmal nachzufragen, denn dort sitzen Experten. Wer lieber im Internet anonym bleibt, findet mit etwas Geduld viele gute Foren.“

Für die Sex-Kolumnistin geht Probieren über Studieren: „Neulich war ich mit Freunden libanesisch brunchen und hatte keine Ahnung, was auf dem Buffet stand. Beschriftungen gab’s leider nicht. Also war die einzige Möglichkeit, zu probieren. Immer an der eigenen Neugier entlang. Manches sieht lecker aus, manches nicht. Ganz wichtig: sich nicht überfordern. Die eigenen Grenzen sind keine Beschränkung, sondern ein Instrument der Lust – sofern man sie nur kitzelt und nicht überrennt. Einfach mal gucken oder anlesen. Dank des Internets muss heute ja niemand mehr mit Sonnenbrille und Perücke in eine Videothek oder einen Buchladen schleichen.“

News source: http://www.bild.de/bild-plus/unterhaltung/erotik/sexualpraktiken/die-erotische-fantasie-trainieren-53559502.bild.html

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